Anfänge

Ursprünglich war der BOCKPALAST eine große Party. Ein paar Jugendliche wollten ihren Geburtstag nachfeiern. Als Veranstaltungsort kam eigentlich nur der Sportplatz (sofern man hier von einem Sportplatz sprechen konnte) in Betracht. Als Bolzplatz von den Jungs hergerichtet bot er schon damals ein nettes Ambiente. Alles was man zu einer gelungenen Party brauchte, wurde beschafft: Getränke, Grillfleisch und natürlich Musik. Da die Gastgeber sich völlig einig waren , das es Live-Musik geben sollte, brauchte man auch eine Bühne.

2 Gummiwagen, von einem Bauern aus dem Ort geliehen, gaben eine für damalige Verhältnisse akzeptable und kostengünstige Lösung ab. Die passende Band hierzu gabs auch: Hvide Sande aus dem Nachbarort war bereit bei der Party zu mucken.

Alles in Allem also nix besonderes. Und vielleicht liegt gerade darin das Geheimnis warum der Bockpalast so beliebt ist: Einfach nur ne nette Party bei der man alte Bekannte trifft gute Live-Musik hört und einen schönen Abend verbringt. Nach der erfolgreichen Premiere, war sich die Dorfjugend einig, dass man diese Party unbedingt wiederholen müsste. Irgendwie jedoch brauchte das Kind einen Namen und da man in Bockelskamp recht kreativ ist war der Name BOCKPALAST naheliegend.

Durch den Erfolg des ersten BOCKPALASTES bestärkt, wurde der Event beim zweiten Mal schon etwas größer. Wiederum waren es Hvide Sande, die Musik machten.

In den darauffolgenden Jahren wurde das ganze professioneller und auch die Besucher kamen immer zahlreicher. Und doch wurde auf große Werbung verzichtet, denn überschaubar sollte das Ganze weiterhin bleiben. Lediglich Plakate in geringer Stückzahl wurden aufgehängt, die das Ereignis ankündigten. Aus der anfänglichen Party enstand so in kurzer Zeit ein beliebtes Open-Air im Landkreis Celle, das unter Musikfans schnell Freunde fand. Das ganze konnte derweil natürlich nicht mehr als Party gelten und so wurden aus Gastgebern Organisatoren. Eine Grundidee brannte sich schon damals fest in die Köpfe der Organisatoren: Kein Eintritt und kein Kommerz: Getränke wurden zum Selbstkostenpreis verkauft und auch für Hungrige gab es Essen zu erschwinglichen Preisen.

Legendäre Lokalmathadoren wie z.B. Hemlock, Big Balls oder Death Valley gaben im Laufe der Jahre Ihr Stelldichein und begeisterten die Anwesenden. Der damalige Bolzplatz mutierte irgendwann zum Allergrundstadion und die zum Anfang recht kleinen Notstromaggregate wurden durch größere ersetzt.

1989 war ein besonderes Jahr: Man feierte 10 Jahre BOCKPALAST!

Als besonders Highlight des Abends präsentierte sich , die mittlerweile schon aufgelöste Band Hvide Sande ihren treuen Fans. Danach betrat Damned Lizard die Bühne und hinterließ nach dem Gig eine begeisterte Menge, die nur noch eines im Sinn hatte: abfeiern bis der Arzt kommt. Zu später Stunde tat die AC/DC Cover Band Big Balls dem Puplikum gerne diesen Gefallen.

Zur Feier des Tages hatten die Organisatoren T-Shirts in hellblau mit weißem BOCKPALAST Logo fertigen lassen die reißenden Absatz fanden. Leider war die Qualität der Shirts so bescheiden, das sie nach einer Wäsche nicht mehr richtig passten - Sei′s drum.

1992 war das letzte Jahr der improvisierten Bühne: Ein Unwetter zog den Abend auf und die gesamte Bühne brach zusammen, so das die letzte Band des Abends (Tempest) ihr Konzert am Biertresen unpluggt geben musste.Glücklicherweise wurde bei dem Unglück niemand verletzt, jedoch erkannten die Organisatoren, das eine sichere Bühne in Zukunft notwendig ist.

1993 also erstmals mit professioneller Bühne, wesentlich breiter und höher als die alte.

1994 gab es wieder Anlaß zum feiern: der 15. BOCKPLALAST wurde auf einem schwarzen

T-Shirt mit gelber Schrift verewigt (diesmal in besserer Qualität) und der beliebte Aufkleber wurde neu aufgelegt.

1995 war zwar kein besonderes Jahr, jedoch entschlossen sich die Organisatoren wegen der großen Nachfrage erneut ein T-Shirt produzieren zu lassen: Diesmal grünes Shirt mit weißer Schrift.

1996 wurden aus Umweltgründen keine Einweg, sondern Mehrwegbecher angeschafft, die in einer sogenannten Pfandbude wieder entgegengenommen und gespült werden. Ein System das funktioniert und von den Besuchern akzeptiert wird.

1997 gab es ein T-Shirt in Rot mit weißer Schrift. Dem mittlerweile zum Kult-Status avancierten BOCKPALAST wurde eine besondere Ehre zu Teil: Als drittbeste Veranstaltung des Jahres im Landkreis Celle wurde der BOCKPALAST gewürdigt.

1999 Happy birthday zum 20 BOCKPALAST!

Dieser Abend begann mit irischen Klängen von Daddy Long Legs, danach trat die Joan Collins Show Band aus Berlin auf, um den Besuchern heftig einzuheizen. Von diesem Konzert existiert übrigens ein Live-Mitschnitt!

Ein T-Shirt gab′s natürlich auch wieder: grau mit schwazer Schrift- aha!

Als Gag wurde ein original verpacktes T-Shirt vom 10. BOCKPALAST versteigert (genau, das das einläuft).

2002 Panik, denn das alte Allergrundstadion ist wegen Hochwasser abgesoffen. Gerüchte machen sich breit, das der BOCKPALAST wohl dieses Jahr im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen würde! Weit gefehlt! Erstmals muß der Bockpalast umziehen auf ein Ausweichgelände nahe Bockelskamp. Mit Presseinfo in der Lokalzeitung (er findet statt!) gelingt es den Organisatoren, die Besucher zum Ausweichterrain zu lotsen. Ein gelungener Abend trotz allem.

2003 konnte man den BOCKPALAST wieder im Allergrundstadium erleben. Die Band Nachtsprung machte an diesem Abend den Einheizer und die Burgdorfer Formation Muff hatte ab 22.00Uhr leichtes Spiel das Publikum mit ihrer Musik zu begeistern. Legendär muß man hingegen den Auftritt der Freakoutfamily aus Lüneburg bezeichnen: Mit Ihrem enrgiegeladenen Gitarrenriffs gelang es den 3 Bandmitgliedern das Publikum vollends zu überzeugen und zum "abhotten" zu überreden.

Erstmals wurde an diesem Abend ein Bon-System eingeführt, was lästige Wartezeiten an den Biertresen vermeiden half.

T-Shirt′s gab es auch wieder. Nur der Vollständigkeit halber: Weiß mit blau, rot, oder grau abgesetzten Ärmeln!

2004 war es endlich so weit: Der 25.BOCKPALAST wurde gebührend gefeiert.

Am Nachmittag bedankte sich der BOCKPALAST bei den Einwohnern von Bockelskamp und Flackenhorst für die Toleranz in der Vergangenheit. Mit einem Kinderfest und Kaffeenachmittag wurden die Besucher auf das eingestimmt, was dann folgen sollte: Ein Konzertereignis der Extraklasse!

Auf einer Hammerbühne mit 40.000Watt Lichtanlage gab′s ein Open-Air zum Nulltarif.

In den Abendstunden kamen dann wesentlich mehr Besucher von nah und fern, als in den letzten Jahren. Die Organisatoren hatten mit der Verpflichtung von -Rocktail the Band- genau den Nerv der Zuschauer getroffen: Insgesamt 43 (!) Musiker aus verschiedenen Bands der Region brachten das Publikum geradezu zum Kochen! Begleitet von afrikanischen Trommelrhytmen und einer gelungenen Feuershow gab es insgesamt 7 Stunden Live-Musik und dass fast ohne Unterbrechung!

Ein besonderes Bonbon war der Auftritt von Christoph Fricke (Ex Hvide-Sande Sänger), der 3 Lieder unter großen Jubel zum Besten gab.

Ein Novum in der BOCKPALAST Geschichte war, das alle T-Shirt′s (diesmal oliv mit gelb/schwarzem Aufdruck) so reißenden Absatz fanden, dass es zu Beginn der Veranstaltung keine mehr gab. Erstmals wurde ein Kapu (dunkelblau mit gelber Aufschrift) an die Helfer verkauft.

2005 entschlossen sich die Organisatoren den BOCKPALAST nicht noch weiter wachsen zu lassen. Jedoch nach dem großen Zuspruch im letztem Jahr gelang dies nicht wirklich. Trotz reduzierter Werbung und wieder "normalen Verhältnissen", kamen abermals annährend 3000 musikbegeisterte, um zu den Klängen von Carrion Fly, Lack of Limits und Riefenstahl einen gelungenen Abend zu erleben.

Gerade die Oldenburger Formation Lack of Limits mit ihrem Celtic Folk, sollte sich als Partygarant herausstellen und wurde vom Publikum zu diversen Zugaben überredet.. Bedauerlicherweise konnten durch diese Überziehung Riefenstahl nicht ihr volles Konzert geben.

2006 BOCKPALAST die 27. Da das Allergrundstadion einer Komplettrestaurierung unterzogen wurde, musste man auf eine Wiese daneben ausweichen. Dunkle Wolken aus denen es heftig regnete, ließen die Organisatoren am Nachmittag zittern, ob das Publikum denn überhaupt kommt. Als dann gegen 20.00Uhr die erste Band Weltenretter auf die Bühne kam, war es trocken und blieb es auch bis zum frühen Morgen. So viel Glück muss man erst mal haben! Die Weltenretter überzeugten das Publikum mit ihren geistreichen Texten. Ein gelungener Opener, trotz einiger technischen Probleme. Die Umbauphase zwischen den Bands wurde von der Stickcollection verkürzt.

Ein neues Experiment ging danach voll auf: Ska auf dem BOCKPALAST! Ska Wars aus Buxtehude erwiesen sich als Geheimtipp des Abends und sorgten für eine abfeiernde, tanzende Menge. Als Headliner spielte die Band Promises!Promises! aus Oldenburg. Fast vergessen: T-Shirt in dunkelblau für die Herren und tarnfarbene Tank-Tops für die Mädels. Außerdem: Baseballcaps in schwarz mit rotem Logo.

2007 Im frisch "renoviertem" Allergrundstadion konnte endlich der BOCKPALAST wieder gerockt werden. Die Musikprofis von Terrific Corner eröffneten die 28.Auflage. Mit gecoverten Rockstücken wurde dem Publikum schon von Beginn an ein gelungener Sound um die Lauscher gehauen. Als 2.Band betrat dann Scarbug kurz vor 23.00Uhr die Bühne. Mit ihrem groovendem Nu Rock wurde es schneller und härter auf der Bühne. Leider konnte die letzte Band Rookie Jam aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten, jedoch erklärte sich die Nienburger Formation Jinx 3 Tage(!) vor Beginn des BOCKPALASTES bereit einzuspringen. Sie erwies sich jedoch als Glücksfall für verwöhnte Ohren, denn der Punkrock mit Skaeinflüssen hörte sich nicht nur gut an, sondern war auch richtig beliebt und ließ den Allergrund regelrecht erzittern. An dieser Stelle noch einmal mein persönliches Dankeschön an die Jungs aus Nienburg und obwohl ich ja keine Glaskugel zum reingucken habe, ich glaube von den Jungs wird man noch was hören (hoffentlich!!!!!!).

2008 Zum 29. Mal lud die immer noch veranstaltende Dorfjugend ein zum BOCKPALAST. Die Massen ließen sich nicht lange zieren und folgtem dem Aufruf gerne: Ein Mix aus Klassik-, Akustik- und Indie Rock ließ die Herzen von sowohl jungem Erstbesucher, als auch erfahrenem BOCKPALAST Fan höher schlagen. Den Anfang machte die Band Portland aus Unterlüß gefolgt von dem Quartett Pencilcase, das an diesem Abend die weiteste Anreise hatte, nämlich Aachen. Zum Abschluß gelang es Drama King aus Hamburg, den altbewährten Pogo vor der Bühne herbeizurocken.

2009 Wieder einmal ein Jubiläum: Der 30.BOCKPALAST wurde gebührend gefeiert!
Bereits am Nachmittag kamen die Einwohner aus Flackenhorst und Bockelskamp zum "Kaffenachmittag" vorbei, um sich auf den Abend einzustimmen. Den Anfang machten Accused, sie spielten ihren allerletzten Gig, danach lösten sie sich leider auf. Als nächstes eroberten Die Weltenretter aus Wolfsburg die Herzen der Zuschauer. Dann folgte ein Schmankerl für die sehr zahlreichen Besucher: The Gentle Manner betraten einen zur Bühne umfunktionierten Anhänger und bescherten dem Publikum Gänsehaut pur! Als vierte Formation rockte nun Marys Forbidden Dreams in altbewährter Art ein schönes Punkrockset hinunter. Danach waren wieder die Akustikexperten von The Gentle Manner an der Reihe. Die ursprünglich engagierten Ska Wars mussten kurzfristig absagen, dafür kam die Ska-Rock Band Piazumanju aus Hamburg. Sie schafften an dem Abend eine kleine Sensation: An einem Abend gaben sie 2 Konzerte. Das erste um 19.30Uhr in Pinneberg, das zweite auf dem BOCKPALAST um 23.00Uhr das ist wirklich einmal Einsatz, zumal die Anfrage des BOCKPALASTES erst gegen 16.00Uhr kam!!! Danke noch einmal von dieser Stelle aus, für die wirklich außergewöhnliche Spontanität. Als "Bank" kann man getrost die letzte Band, D.N.A. betrachten. Wer immer auf harte Rockmusik a la ACDC steht, der liegt bei den Jungs genau richtig. "Kollektives abfeiern garantiert" könnte ein Werbespruch dieser Band auch lauten. "Genau das Richtige zum Schluß", so ein Besucher. Achso fast vergessen: T-Shirts (blau mit schwarz) und Kapus (graublau mit schwarz) gabs in diesem Jahr auch wieder. Mal sehen wohin die Reise weiter führt...

2010 Bei schönstem Wetter kamen wieder viele Besucher von Nah und Fern ins illuminierte Allergrundstadion, zu ihrem „Umsonst und Draußen“
Kurz zur Musik: Rockout: gut und Nachwusband aus dem Nachbardorf;Alde Härn: was für in die Jahre gekommene Bockpalastler;Loui Vetton: sehr tanzbar, SKA für gute Laune;Gunna: schön zitiert!;Dynamite Roadkill: laut und schnell, kurz:auf die Fresse!

Mal sehen wohin die Reise weiter führt...

Voller Stolz blickt der kleine Ort Bockelskamp auf diese Erfolgsstory. Niemand von den damaligen Initiatoren hätte es sich träumen lassen, das der BOCKPALAST so eine "Institution" im Celler Land werden würde: Live Musik (meist der härteren Art) bei netter Athmosphäre, nach wie vor trifft man alte Bekannte und verbringt einen schönen Abend.

Auch wenn sich seit dem 1.BOCKPALAST einiges geändert hat, eines ist die felsenfeste Überzeugung der Organisatoren:

DER EINTRITT BLEIBT FREI !!!